Neue Technologien für den stationären Handel

Von Gesichtserkennung hin zu Robotern

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Die Eröffnung des neuen Amazon Go Stores in Seattle hat hohe Wellen geschlagen. Als erstes Lebensmittelgeschäft weltweit, das ohne Kassen auskommt, kombiniert Amazon Go eine Vielzahl von verschiedenen Technologien. Dabei hält sich Amazon selber bedeckt und spricht nur von einer Fusion von Sensoren. Fakt ist, dass im Verborgenen die Systeme „Computer Vision“ und „Machine Learning“ so makellos ineinandergreifen wie der Einzelhandel es bisher noch nicht gesehen hat. Viele weitere Technologien wie Digital Mirror, Augmented Reality bis hin zu Ultraschall-Signalen sind ebenfalls auf dem Vormarsch. Neben den genannten Ansätzen sind Roboter und Gesichtserkennung vielversprechende Technologien, welche dem stationären Handel zahlreiche Vorteile bieten.

Der Einsatz von Robotern im Einzelhandel wird vielfältiger

In der Logistik sind Roboter bereits verbreitet. Diese kleinen Helfer bewegen Waren von A nach B, können ebenfalls Inventur durchführen und unterstützen somit die Automatisierung von Prozessen. Im Rahmen des Kundenkontakts sind Roboter bisher eher eine Seltenheit, obwohl sie viel Potential besitzen.

Seit Ende 2016 unterstützt der Roboter Paul das Tagesgeschäft in der Saturn-Filiale in Ingolstadt. Dort liefert Paul nicht nur weitere Informationen zu gesuchten Produkten, sondern begleitet die Kunden auch zu den jeweiligen Standorten der Produkte. Weiterhin weist Paul auf Zusatzservices hin, wirbt für Sonderaktionen und beherrscht auch ein wenig Smalltalk. Ladenbesucher begrüßten den Roboter mit viel Begeisterung. Das Pilotprojekt fand so viel Anklang, dass nun die Filialen in Berlin und Hamburg ebenfalls von Pauls Brüdern profitieren.

Roboter Paul Saturn
Foto: Media-Saturn

Beratung für Kunden im stationären Handel durch Roboter

Im Einzelhandel könnten Roboter weiterhin Kunden in Echtzeit Auskünfte über Lagerbestände geben und so beispielsweise mitteilen, ob eine Hose noch in einer anderen Farbe oder Größe vorhanden ist. So erhält der Kunde schnell und zielgerichtet Auskunft, ohne auf verfügbares Personal warten zu müssen. Des Weiteren könnten solche Roboter auch Online-Bestellungen aufnehmen, falls Ware nicht verfügbar ist. Dieser Schritt führt zu einer weiteren Zusammenführung des Online- und Offline-Handels.

Assistenzroboter müssen dabei nicht einmal autonom agieren, sondern können auch unterstützend wirken. Diese Helfer könnten Kundenberater mit Informationen zu Produktenverfügbarkeiten füttern oder Waren für den Kundenberater aus dem Lager holen. Durch letzteres kann das Personal länger am Kunden bleiben, mehr beraten und so das Einkaufserlebnis für Kunden steigern.

Auch in großen Einkaufszentren würde ein Roboter einen großen Mehrwert bieten. Statt auf den Übersichtsplan im Einkaufszentrum zu schauen, fragen viele Kunden immer noch am Informationsstand nach dem Standort von bestimmten Geschäften. Diese Aufgabe könnten Roboter idealerweise übernehmen und so die menschlichen Kollegen entlasten. Mit der richtigen Software ist ebenfalls eine mehrsprachige Beratung möglich – ideal für internationale Metropolen wie Berlin.

Gesichtserkennung im Einzelhandel keine Seltenheit mehr

Mit FaceID im iPhone X hat Apple nun auch Gesichtserkennung alltagstauglich gemacht. Nicht nur im Einzelhandel und in der Gastronomie findet diese Technologie Anklang, denn auch innerhalb des Transportsektors steigt das Interesse.

Das Bestellen und Bezahlen von Burgern im Restaurant per Gesichtserkennung ist seit kurzer Zeit Realität. CaliBurger hat in Kalifornien ein System eingeführt, bei dem Kunden vor großen Displays stehen und mit einem Gesichtsscan auf ihr Kundenkonto zugreifen können. Dort sind sowohl Bestellhistorien als auch Zahlungsmöglichkeiten hinterlegt. Ein anderes Beispiel aus dem Fastfood-Bereich ist KFC. Auch dort ist eine Bezahlung mit einem einfachen Lächeln möglich.

CaliBurger in Kalifornien lässt Burger per Gesichtserkennung bestellen und bezahlen

Die amerikanische Airline Delta möchte gerne die Gesichtserkennung am Gate einführen. Ausgedruckte Tickets sollen dadurch der Vergangenheit angehören und gleichzeitig kann ein besserer Abgleich der Passagierdaten stattfinden. Mit Maßnahmen wie der Gesichtserkennung profitiert auf lange Sicht auch der Einzelhandel und seine Kunden. Diese Technologie ermöglicht Angestellten, schon vorab Einsicht in vorherigen Einkäufe des Kunden zu erhalten und dadurch maßgeschneiderte Empfehlungen abzugeben.

Bereicherung für Endkunden durch neue Technologien

Roboter und Gesichtserkennung sind zwei Technologien, die in 2018 sicherlich noch häufiger in Schlagzeilen erwähnt werden. Unzählige Unternehmen und Start-Ups arbeiten stets an der Entwicklung eines noch besseren Produkts. Es bleibt abzuwarten, wo die Reise hinführt. Auch Amazon wird weitere Technologien testen und auf den Markt bringen. Das Einkaufserlebnis für den Endkunden soll damit bereichert werden. Dem stationären Handel werden Vorstöße durch den e-Commerce Giganten guttun.